Unsauberkeit bei Katzen – wenn die Katze plötzlich nicht mehr aufs Katzenklo geht
Unsauberkeit gehört zu den häufigsten Problemen, mit denen Katzenhalter konfrontiert werden – und gleichzeitig zu den Themen, die für Mensch und Tier besonders belastend sein können. 
Wenn eine Katze plötzlich außerhalb des Katzenklos uriniert oder Kot absetzt, ist das jedoch kein Protest und keine Rache. Vielmehr möchte die Katze damit etwas mitteilen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Warum macht meine Katze das?“, sondern: „Was möchte mir meine Katze damit sagen?“
Gesundheitliche Ursachen immer zuerst ausschließen
Wenn eine Katze plötzlich unsauber wird, sollte zunächst eine körperliche Ursache ausgeschlossen werden. Besonders beim Urinieren außerhalb des Katzenklos können beispielsweise Blasenentzündungen, Harnwegsprobleme, Schmerzen oder andere Erkrankungen dahinterstecken.
Katzen zeigen Schmerzen häufig sehr unauffällig. Unsauberkeit kann daher eines der ersten sichtbaren Anzeichen sein.
Bei plötzlich auftretender oder wiederkehrender Unsauberkeit ist deshalb ein Besuch beim Tierarzt sinnvoll – insbesondere dann, wenn die Katze häufig kleine Mengen Urin absetzt, beim Urinieren miaut, sich auffällig häufig am Genitalbereich leckt oder Blut im Urin zu sehen ist.
Nicht jede Unsauberkeit ist gleich
Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen Unsauberkeit und Markierverhalten.
Bei der klassischen Unsauberkeit setzt die Katze meist eine normale Menge Urin auf einer waagerechten Fläche ab – beispielsweise auf Teppichen, Bett, Sofa oder Kleidung.
Beim Markieren werden dagegen häufig kleine Mengen Urin an senkrechte Flächen gespritzt. Dabei steht die Katze meist mit erhobenem oder zitterndem Schwanz.
Markieren kann beispielsweise durch Unsicherheit, Veränderungen im sozialen Umfeld oder Revierkonflikte ausgelöst werden.
Katzen reagieren sensibel auf Veränderungen
Katzen sind Gewohnheitstiere. Veränderungen, die für uns völlig nebensächlich erscheinen, können für eine Katze großen Stress bedeuten.
Mögliche Auslöser sind:
-ein Umzug oder Renovierungsarbeiten
- neue Möbel oder ungewohnte Gerüche
- ein neues Familienmitglied
- Besuch oder häufig wechselnde Personen im Haushalt
- Veränderungen im Tagesablauf
- Konflikte zwischen mehreren Katzen
-Eine neue Katze in der Nachbarschaft
- Veränderungen bei der Haltung oder im Freigang
- ein neues Katzenstreu oder eine andere Toilette
- ein ungünstiger Standort des Katzenklos
Gerade in Mehrkatzenhaushalten lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Beziehungen zwischen den Katzen. 
Nicht jeder Konflikt ist für den Menschen offensichtlich. Katzen können sich beispielsweise gegenseitig den Zugang zu wichtigen Ressourcen versperren, ohne dass es zu offenen Kämpfen kommt.
Das Katzenklo – häufiger unterschätzt als gedacht
Manchmal liegt die Ursache tatsächlich direkt am Katzenklo.
Katzen können sehr wählerisch sein. Manche bevorzugen feines, andere grobes Streu. Einige mögen Haubenklos nicht, andere fühlen sich in offenen Toiletten unwohl. Auch Duftstoffe können störend sein.
Wichtig ist außerdem der Standort. Das Katzenklo sollte möglichst ruhig und gut erreichbar stehen. Ein Platz direkt neben der Waschmaschine, mitten im Durchgang oder unmittelbar neben den Futternäpfen ist für Katzen gar nicht attraktiv.
Als Faustregel gilt: 
Anzahl der Katzen plus ein zusätzliches Katzenklo. Bei mehreren Katzen sollte man die Toiletten außerdem so verteilen, dass nicht eine Katze alle Zugänge kontrollieren kann.
Was sollte man auf keinen Fall tun?
Schimpfen, Bestrafen oder die Katze mit der Nase an die Hinterlassenschaft zu führen, hilft nicht.
Im Gegenteil: Die Katze versteht dadurch nicht, was sie „falsch gemacht“ hat. Sie kann lediglich lernen, dass der Mensch in bestimmten Situationen unberechenbar oder bedrohlich ist. Dadurch kann der Stress sogar zunehmen – und damit möglicherweise auch das Problem.
Auch starkes Desinfizieren oder Reinigen mit ungeeigneten Reinigungsmitteln kann problematisch sein. Bleiben Geruchsspuren zurück, kann die Katze die Stelle erneut aufsuchen.
Geeignete enzymatische Reiniger können dabei helfen, Uringerüche gründlich zu beseitigen.
Der wichtigste Schritt: 
Ursachen statt Symptome behandeln
Unsauberkeit lässt sich langfristig meist nicht lösen, indem man lediglich das Katzenklo häufiger sauber macht oder die Katze von bestimmten Stellen fernhält.
Man muss herausfinden, warum die Katze diesen Ort gewählt hat.
Dazu gehören Fragen wie:
Wann hat das Verhalten begonnen?
Gab es zu diesem Zeitpunkt eine Veränderung?
Welche Stellen sucht die Katze auf?
Urin oder Kot – oder beides?
Gibt es Konflikte mit anderen Katzen?
Wie viele Katzenklos gibt es und wo stehen sie?
Wie häufig werden die Toiletten gereinigt?
Gab es gesundheitliche Auffälligkeiten?
Eine genaue Beobachtung des Katzenverhaltens kann dabei unglaublich wertvoll sein.
Unsauberkeit ist ein Signal
Eine unsaubere Katze macht es nicht „extra“. Sie versucht, mit ihren Möglichkeiten auf ein Problem aufmerksam zu machen.
Deshalb sollte Unsauberkeit nicht als Fehlverhalten betrachtet werden, sondern als Kommunikation.
Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser sind die Chancen, das Problem dauerhaft zu lösen. Dabei kann sowohl eine tierärztliche Untersuchung als auch eine professionelle verhaltensorientierte Beratung sinnvoll sein.
Fazit
Wenn eine Katze außerhalb des Katzenklos uriniert oder Kot absetzt, steckt fast immer ein Grund dahinter. Körperliche Beschwerden, Stress, Unsicherheit, Konflikte oder ungeeignete Toilettenbedingungen können eine Rolle spielen.
Nicht bestrafen – sondern verstehen.
Denn hinter „Unsauberkeit“ steckt häufig eine Katze, die versucht, uns etwas Wichtiges mitzuteilen.